BLOG - Themen · Vom Olivenbaum bis auf den Teller



Die Geschichte des Olivenöls reicht bis in die Antike zurück. Schon vor 6.000 Jahren wurden erste Zeichnungen von Olivenbäumen angefertigt. Olivenöl ist, genauso wie der Wein, wahrscheinlich eine der ältesten Agrarkulturen der Menschheit.

Der Olivenbaum, auch Echter Ölbaum genannt, ist ein oftmals knorriger Baum der Familie der Ölbaumgewächse. Seit dem 4. Jahrtausend v. Chr. wird er als Nutzpflanze kultiviert. Der immergrüne Baum, oder Strauch, kann eine Höhe von bis zu 20 Metern und ein Alter von mehreren hunderten Jahren erreichen. Das bekannteste älteste Exemplar auf Kreta wird auf 4.000 Jahre geschätzt.

Die Olivenbäume werden in sogenannten Olivenhainen gezüchtet und dort beschnitten, damit sie kleiner bleiben und der Ernteertrag höher ist. Der Olivenbaum liebt trockenes und wärmeres Klima um 20 Grad und steiniges Terrain; somit erklärt sich, warum die mediterrane Region perfekt für die Olivenbäume ist, denn immerhin 95% aller Olivenbäume wachsen in Gebieten um das Mittelmeer. Von der Jungpflanze bis zu der ersten Ernte dauert es ca. sieben Jahre. Am ertragreichsten ist ein Olivenbaum nach ca. 20 Jahren. Abhängig von der Region, in der sie sich befinden, blühen sie zwischen Ende April und Anfang Juni.

Die Olive ist eine mediterrane Steinfrucht, die wegen ihrer Bitterkeit roh nicht genießbar ist. Sie benötigt eine spezielle Behandlung, um essbar gemacht zu werden. Der größte Teil der Oliven, ca. 90%, wird zu Olivenöl gepresst.

Aber zuerst müssen die Oliven natürlich geerntet werden. Im langjährigen Durchschnitt trägt ein Olivenbaum zwischen 20 – 30 kg Oliven. Abhängig von verschiedenen Faktoren wie Alter, Größe, Wettereinflüssen etc. können es bis zu 300 kg Oliven sein. Je nach Gebiet werden die Oliven zwischen Mitte Oktober bis Ende März geerntet. Meistens werden große Netze unter die Olivenbäume gelegt, um die Früchte, die mit sachten Stockschlägen vom Baum herabgeschlagenen werden, aufzufangen. Bei den hochqualitativen Ölen werden die Oliven meist sogar mit der Hand gepflückt und direkt in den Korb gelegt. Die Erntemethode ist auch davon abhängig, ob der Olivenbauer grüne oder ausgereifte Oliven ernten möchte. Für die Qualität des Olivenöls ist auch entscheidend, wann die Ernte stattfindet. Meistens beginnt die Ernte, wenn sich die Oliven von grün nach violett verfärben.

In der Mittelmeerregion gibt es über 1.000 Sorten Olivenbäume. Spanien ist dabei der größte Olivenproduzent der Welt, aber die meisten Konsumenten sind die Griechen, die auch den zweiten Platz der Olivenproduzenten belegen. Die bekanntesten griechischen Sorten sind zum Beispiel Kalamata, Athinolia und Koroneiki, deren Öl einen zarten, harmonischen Duft und ein leichtes Zitronenaroma aufweist.

Über Jahrhunderte hat sich bis heute an der Gewinnung von Olivenöl nichts verändert. Noch immer erfolgt ein ausschließlich mechanisches, und kein chemisches, Verfahren. Die reifen, oder kurz vor der Vollreife stehenden, Oliven werden sofort nach der Ernte im Herbst in der Ölmühle gewaschen und Fremdkörper wie Blätter entfernt. Anschließend und, das ist besonders wichtig, werden die Oliven ebenfalls sofort samt Kern gemahlen. Danach wird das Olivenöl durch Zentrifugieren oder Pressen von den Bestandteilen wie Kern, Fruchtfleisch und Schale getrennt. Eine alte Regel besagt, dass ungefähr 5 kg Oliven benötigt werden, um 1 Liter Olivenöl zu erhalten.

Wird das frischgepresste Olivenöl, das noch alle Trübstoffe enthält, sofort nach der Pressung filtriert, dann ist die hohe Qualität für lange Zeit gewährleistet. Wird das Olivenöl nicht filtriert und mit allen Trübstoffen abgefüllt, dann wird es entsprechend gekennzeichnet und als naturtrüb oder unfiltriert angeboten.

Die Bezeichnung „extra vergine“ entspricht dem deutschen nativen Olivenöl extra und kennzeichnet höchste Qualität. In Europa wird Olivenöl in Güteklassen eingeteilt und folgende Öle sind im Einzelhandel erhältlich, Oliventresteröl * nur in den Produktionsländern:

1. Natives Olivenöl extra - Kategorie 1:
kalte Pressung durch mechanische Verfahren, ohne Wärmeeinwirkung, Säuregehalt unter 0,8%

2. Natives Olivenöl - Kategorie 2:
kalte Pressung durch mechanische Verfahren, ohne Wärmeeinwirkung, Säuregehalt unter 2%

3. Olivenöl - Kategorie 5:
entsteht durch Mischung von raffiniertem Olivenöl mit nativem Olivenöl der Kategorie 1 oder 2, es gibt kein vorgeschriebenes Mischungsverhältnis

4. Oliventresteröl* - Kategorie 8:
raffiniertes Oliventresteröl* (Kategorie 7) wird gemischt mit nativem Olivenöl der Katergorie 1 oder 2, es gibt kein vorgeschriebenes Mischungsverhältnis

*Trester: fester Rückstand aus Kernen, Schalen und Fruchtfleischresten, der nach der Pressung der Oliven übrig bleibt